Seit das Feuer entdeckt wurde, also viele Jahrhunderte vor Christus,
mussten Brände gelöscht werden. Damals gab es noch keine Dörfer oder Städte wie
jetzt. Die Bauten der Menschen standen relativ einsam und isoliert.
Entstand ein Brand, dann betraf dieses schlimmstenfalls nur eine einzelne Behausung
und nicht die ganze Siedlung. Diese Feuer wurden aber nur von spontan
agierenden Menschen bekämpft. Eine organisierte Feuerwehr existierte noch nicht.
Die ersten organisierten Feuerlöscheinheiten findet man, laut
Überlieferungen, bei den alten Ägyptern. 250 v. Christus soll hier auch
die Feuerspritze (Kolbenpumpe) von einem Mechaniker erfunden
worden sein.
Aufgrund der zunehmenden Verstädterung und den Fortschritten
der damaligen Bautechnik entstand eine weitere Entwicklung des Feuerwehrwesens.
Es entstanden Millionenstädte wie Rom. Die Häuser wurden meist mehrstöckig
und sehr eng beieinanderstehend gebaut, auch die Gassen waren sehr eng. Meist
wurden hölzerne An- und Vorbauten an den Häusern errichtet. Leider kam es sehr
häufig zu Brandstiftungen, obwohl diese sehr hart bestraft wurden. Es gab auch
noch keine Versicherungen, daher leistete der Staat, bei großen Bränden,
Unterstützung für die geschädigten Bürger.
Viele Male vernichteten Feuersbrünste ganze Stadtteile von
Rom. Sehr zu erwähnen ist ein Brand im Jahre 64 n. Christus. Dieser dauerte
etwa zehn Tage an und zerstörte, von den damals 14 Regionen, 3 völlig und 7
zum Teil. Nach diesem Flammeninferno wurden die ersten Bauvorschriften erlassen,
um die Feuergefahr zu vermindern und die Menschen zu schützen. Es mussten breitere Straßen gebaut, mehr freie Plätze errichtet
werden und auch die
Stockwerkzahl der Gebäude wurde beschränkt.
Die erste Feuerwehr wurde im Jahr 21 v. Christus aus 600
Sklaven gegründet. Unter dem damaligen Kaiser Augustus wurde dann ein Feuerlösch-Corps
erschaffen, welcher aus 7 Untereinheiten der Infanterie (Kohorten) bestand.
Diese Einheiten bestanden meistens aus 420 bis zu 600 Mann. Da Rom damals aus 14
Stadtteilen bestand war jede Löscheinheit für 2 Stadtteile zuständig.
Damals gab es noch keine Schläuche, daher gehörten Spritzen,
Eimer, Leitern, Stangen, Decken, Körbe, Schwämme, Besen, wassergetränkte
Lappendecken, Einreisshaken, Sägen und Hämmer zur Ausrüstung der Römer. Wie
heute auch, gab es damals schon spezielle Trupps. Zu diesen gehörten die
Wasserträger, Spritzenleute, Löschdeckenleute sowie Beleuchter am Einsatzort.
Später, im Mittelalter, waren die Gemeinden verpflichtet, den
Brandschutz aufzubauen. Zuerst wurden die Innungen und Zünfte verpflichtet im
Notfall einzugreifen. Die wohl älteste Feuerordnung wurde 1086 in Meran
aufgestellt, wonach die Handwerker diese Aufgabe zu übernehmen hatten.
Trotz allem kamen Großbrände, bei denen ganze Stadtviertel
abbrannten, sehr oft vor. Diese Feuer entstanden zum Teil aus Unachtsamkeit und
Kriege. Es kam aber auch sehr oft zu Brandstiftungen durch verschiedene Banden.
Erst als solider gebaut wurde und das Holz vermehrt vom Stein ersetzt wurde
entstanden weniger Brände.
Erst im 13. und 14. Jahrhundert griffen die ersten Feuerlöschverordnungen.
Zum Beispiel mussten abends, ab einer bestimmten Zeit, sämtliche Feuer
ausgemacht werden. Die Kontrolle darüber hatten die Nachtwächter. Unter
anderem wurde geregelt, dass Wein- und Wasserträger, bei einem Brand, sofort
Wasser mit ihren Eimern zur Feuerstelle bringen mussten. Es wurden auch
Nachtwachen eingerichtet, die Feuer in der Stadt zu melden hatten. In den
Glockentürmen der Kirche mussten sogenannte Türmerstuben eingerichtet werden.
Die Aufgabe des Türmers war es mit der Glocke einen Feueralarm zu geben. Er
musste desweiteren rote Fahren, in die Richtung des Brandes schwenken. Nachts
schwenkte er Laternen.
Vermehrt wurden Wasserschöpfstellen durch Pumpwerke ständig mit Wasser
versorgt und es entstanden nach und nach Wasserwerke. Auch Löschteiche
entstanden in den Orten, von denen es heute noch erhaltene gibt, wenn sie auch
nicht mehr die gleiche Bedeutung haben.
Die Ausrüstung bestand damals aus Ledereimern, Wasserfässern, Feuerhaken
und Dachkrücken. Die ersten einfachen Spritzen gab es ab dem 14. Jahrhundert.
Diese wurden zuerst mit Eimern gespeist.
Der erste Schlauch wurde im 17. Jahrhundert erfunden. Er bestand zuerst aus
genähtem Leder, später wurde das Leder vernietet. Ausserdem wurden manche
Feuerwehrmänner mit alten Militärhelmen ausgerüstet. Die erste
Berufsfeuerwehr wurde 1685 in Wien, aus Feuerknechten, gegründet. Im 18.
Jahrhundert wurden zum ersten Mal Hanfschläuche eingesetzt. Diese konnten aber
erst im 19. Jahrhundert zuverlässig genutzt werden, da sie dann erst ihre
Gummieinlagen erhielten.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden noch Handpumpen (Feuerspritzen) verwendet,
die von Pferden an die Einsatzstelle gezogen wurden. Diese Handpumpen wurden später
durch Pumpen ersetzt, die mit einer Dampfmaschine betrieben wurden (Dampfspritzenwagen).
Nach Beginn der Motorisierung wurden die Pumpen mit Benzinmotoren betrieben, die
auf umgebaute LKW´s geladen wurden. So entstanden die ersten
Feuerwehrfahrzeuge. Nach dem 2. Weltkrieg wurden auch viele ausgediente
Militärfahrzeuge zu Feuerwehrfahrzeugen umgebaut.
Im Jahre 1938 wurde die Berufsfeuerwehr in Feuerschutzpolizei und die
Freiwillige Feuerwehr in Feuerschutzpolizeihelfer umbenannt. Von diesem
Zeitpunkt gehörte die Feuerwehr zum Teil der Polizei. Daher wurden sämtliche
Feuerwehrfahrzeuge in Polizeigrün lackiert. Ebenfalls wurde die Bezeichnung
„Feuerschutzpolizei“ bzw. „Feuerschutzpolizeihelfer“ auf den Fahrzeugen
über dem Staatsadler, der wie bei der Polizei mit dem Kopf nach rechts schaute,
angebracht. Gegen 1940 waren jedoch das Geld und Material so knapp, dass
zunächst der Staatsadler und danach die Farbe eingespart wurde. Um 1942 war
selbst das Material der Fahrzeuge zu teuer, sodass man Pressspanplatten sowie
Hartkarton für die Aufbauten verwendete. Zu diesem Zeitpunkt waren ebenfalls
der Großteil der Fahrzeuge in jeder möglichen Farbe nur noch grundiert.
Damals gab es auch die ersten Frauen im Dienst der Feuerschutzpolizei, da die
Männer an der Front kämpfen mussten. Obwohl Frauen nicht zur
Feuerschutzpolizei durften, waren Feuerwehrhelferinnen bei den Feuerwehren.
Viele von ihnen kamen vom BDM (Bund Deutscher Mädchen). Die Schlagkraft der
Feuerwehren war trotzdem recht schwach, da vor allem die Ausrüstung fehlte.