Schlauchkunde


Der nächste Ausbildungsdienst  findet am 21. Mai 2012 um 19:00 Uhr statt.

Letzte Aktualisierung: 17. Mai 2012

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Der Feuerwehrschlauch ist wohl der wichtigste Ausrüstungsgegenstand der Feuerwehr. Er hat die Aufgabe das Löschmittel (Wasser oder Wasser-Schaum-Gemische) über Wegstrecken zu befördern.  In Deutschland hat sich die Knaggenkupplung (Storz-Kupplung) durchgesetzt. Es gibt 2 Arten von Schläuchen:

Druckschläuche  

   

Diese haben die Aufgabe der Wasserweiterleitung. Sie werden hauptsächlich bei der Brandbekämpfung verwendet, da bei Verwendung mit den entsprechend kombinierten Strahlrohren Löschmittel abgegeben werden kann. Sie bestehen aus schwer brennbaren Stoffen (Polyester). Im Allgemeinen haben sie eine flexible Form und lassen sich, wenn sie nicht unter Druck stehen, zusammenfalten. Dieses hat den Vorteil, dass die Schläuche sich platzsparend transportieren lassen. Der Betriebsdruck liegt üblicherweise zwischen 5 und 10 bar. Der Prüfdruck liegt jedoch bei A- und D-Schläuchen bei 8 bar und 12 bar bei B- und C-Schläuchen. Der Zerplatzdruck beträgt 25 bar, das bedeutet, dass neue Schläuche 24 bar aushalten müssen, ohne dabei zu zerplatzen. Im Allgemeinen platzen diese Schläuche aber erst bei einem Druck von 50 - 60 bar.

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Grössen bei den Schläuchen.

Grösse Durchmesser in mm genormte Längen in m Durchflussmenge mit entsprechendem DIN-Mehrzweckstrahlrohr in Litern pro Minute
bei 5 bar am Strahlrohr (Faustformel)

A

110

   

B

75

5, 20 oder 35 (Verwendung nur auf Drehleitern)

400 bis 800 l/min (mit oder ohne Mundstück)

C

42 und 52

15 oder 30 (Verwendung nur bei Schnellangriffseinrichtungen)

100 bis 200 l/min (mit oder ohne Mundstück)

D

25 5 oder 15 25 bis 50 l/min (mit oder ohne Mundstück)

F

150

   

HD

28

15

 
 
Es sind auch andere Schlauchlängen möglich, die dann jedoch nicht genormt und meistens sehr ungebräuchlich sind.

Druckschläuche der Grösse A werden überwiegend bei hochspezialisierten Werksfeuerwehren grosser Chemiebetriebe für sehr grosse Förderleistungen eingesetzt. Bei öffentlichen Feuerwehren kommen A-Druckschläuche kaum zum Einsatz.

Die Schläuche werden üblicherweise doppelt zusammengelegt, dann gerollt und ggf. mit einem Gurt zusammengehalten. So sind jeweils beide Kupplungen an der Außenseite des gerollten Schlauches, was das Ausrollen des Schlauches wesentlich erleichtert. Können die Schläuche immer relativ leicht ausgerollt werden, so ist das Zusammenrollen am Ende eines Einsatzes eine leidige und zeitraubende Arbeit.

Früher wurden die Druckschläuche aus Naturfasern wie Hanf oder Flachs hergestellt, und zwar durch nahtloses Weben. Die Dichtheit des Gewebes wurde durch das Aufquellen der nassen Fasern erreicht. Die Naturfasern hatten jedoch nur eine begrenzte Haltbarkeit, da sie zum Beispiel schimmeln konnten, und nach Gebrauch immer sofort im Schlauchturm getrocknet werden mussten. Desweiteren waren sie nach jedem Einsatz stocksteif und konnten erst nach dem Trocknen wieder normal gerollt werden. Später wurden die Schläuche innen und aussen mit Teer abgedichtet. Das hatte den Nachteil, dass die Schläuche verkleben konnten Erst durch den Einsatz von synthetischem Kautschuk gelang es, dies zu vermeiden. Die heutigen modernen Schläuche sind aus strapazierfähigerem Polyester gewebt, welches seine Dichtigkeit durch eine zusätzliche innere Gummierung erhält.

Bei den Druckschläuchen wird folgendermassen unterschieden:

Druckschlauch-HD:

Das sind Hochdruckschläuche die einen Druck bis 40 bar aushalten. Sie sind meist als formbeständig ausgeführt auf einer Schnellangriffsvorrichtung aufgerollt. Zusätzlich werden  faltbare noch faltbare Schläuche mit 15 Metern Länge mitgeführt. Hochdruckschläuche werden benötigt, wenn die sogenannten Hochdruckpumpen zum Einsatz kommen.

 

Druckschlauch-S:

Das ist ein formbeständiger Druckschlauch in den Durchmessern 19, 25 und 33 mm. Speziell für Schnellangriffseinrichtungen auf Feuerwehrfahrzeugen. Er ist auf einer speziellen und fest montierten Haspel aufgewickelt,  die fest mit der Pumpe des Fahrzeuges verbunden ist. Durch die Formbeständigkeit kann auch durch den noch aufgerollten Schlauch Wasser gefördert werden.

Druckschlauch-W:

Das ist ebenso wie der Druckschlauch-S ein formbeständiger Druckschlauch, jedoch wird er bei Wandhydranten verwendet und ist etwas leichter und weniger strapazierfähig.

 

Saugschläuche

Diese sind im Gegensatz zu Druckschläuchen formstabil, damit sie sich nicht durch den beim Saugvorgang auftretenden Unterdruck zusammenziehen. Sie werden als Saugleitung an den Saugeingang einer Feuerlöschkreiselpumpe angeschlossen und zur Wasserentnahme aus offenen Gewässern mit einem Saugkorb abgeschlossen.